Bei einer Darmspiegelung können wir mit einer hochauflösenden (HD) Videooptik die Schleimhaut im Dickdarm und im letzten Stück des Dünndarms (sogenanntes terminales Ileum) betrachten. Dabei können gutartige Vorstufen (Darmpolypen) von Darmkrebs identifiziert und direkt abgetragen werden.
Damit kann die Entstehung von Darmkrebs verhindert werden. Die Darmspiegelung bietet von allen Vorsorgeuntersuchungen die höchste Genauigkeit für das Auffinden von Darmpolypen oder Darmkrebs. Darmkrebs ist der zweithäufigste Krebs bei Frauen und Männern in Deutschland. Eine Vorsorge-Koloskopie wird bei Männern und Frauen ab dem 50. Lebensjahr von allen Krankenkassen empfohlen bzw. erstattet.
Andere Gründe für die Durchführung einer Darmspiegelung sind neben Vor- oder Nachsorgeaspekten beispielsweise das Vorhandensein von Blut im Stuhl, lang anhaltende Durchfälle oder Verstopfung, ungewollte Gewichtsabnahme, Verdacht auf eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, eine familiäre Vorbelastung für Darmkrebs oder eine stattgehabte Polypenabtragung in der Vergangenheit.
Voraussetzung für eine gute Beurteilbarkeit des Darmes ist eine vollständige Reinigung des Darmes vor der Untersuchung. Die für die Abführmaßnahmen erforderliche Trinklösung erhalten Sie bei uns in der Praxis. Über den Ablauf der Abführmaßnahmen informieren wir Sie im Rahmen des Vorgespräches, zudem erhalten Sie ein Merkblatt, welches die Abführmaßnahmen nochmals genauestens erklärt.
Die Untersuchungen werden im Regelfall in Sedierung (Kurznarkose) durchgeführt und sind damit schmerzfrei. Die Sedierung ist dabei kostenfrei.
Zudem bieten wir die Möglichkeit einer CO2- Insufflation während der Darmspiegelung an, was eventuelle Unannehmlichkeiten durch das im Darm befindliche Gas reduziert bzw. nach der Untersuchung eine sehr viel schnellere Resorption des verbliebenen Darmgases bewirkt.
Ferner kann optional eine Künstliche Intelligenz (KI) bei der Suche nach Polypen eingesetzt werden:
Künstliche Intelligenz (KI) bei der Darmspiegelung
Wir möchten Sie über die Möglichkeit der Verwendung eines innovativen KI-Systems (CAD EYE ™) im Rahmen einer Darmspiegelung informieren:
Das Ziel insbesondere der Vorsorgekoloskopie ist es, gutartige Schleimhautvorwölbungen, die sogenannten Polypen, als potentielle Darmkrebsvorstufen zu erkennen und abzutragen, um eine Weiterentwicklung eines Polypen zum Darmkrebs zu verhindern. Trotz einer sorgfältigen Untersuchungstechnik können aber insbesondere flache Polypen dem menschlichen Auge entgehen.
Hier kann moderne Computertechnik die Qualität der Darmspiegelung verbessern: Mittlerweile konnte in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen gezeigt werden, dass durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz die Anzahl der während der Darmspiegelung entdeckten Polypen erhöht werden kann. Das gilt v.a. für die sogenannten Adenome, aus denen sich i.d.R. über den Verlauf von Jahren Darmkrebs entwickeln kann.
Die künstliche Intelligenz arbeitet dabei wie ein Bilderkennungsprogramm: das Endoskopie-Livebild wird während der Untersuchung durch die Software gescannt. Werden dabei auffällige Veränderungen der Darmschleimhaut erkannt, wird der untersuchende Arzt sofort auf dem Live-Endoskopie- Bild auf das verdächtige Areal aufmerksam gemacht und es kann eine Abtragung erfolgen.
Das KI- System stellt somit eine wertvolle Unterstützung für den untersuchenden Gastroenterologen dar, kann ihn aber keinesfalls ersetzen. Sprechen Sie uns bei Fragen gerne an!